Karriere neu definiert:

Mit Anfang 20 hatte ich meine erste Führungsrolle. Damals war Karriere für mich vor allem eines: erstrebenswert. Titel, Verantwortung und die nächste Stufe auf der beruflichen Leiter waren wichtige Orientierungspunkte. Ich wollte gestalten, Verantwortung übernehmen, mich beweisen und weiterkommen.
Das habe ich über Jahre erfolgreich betrieben und bin meinen Weg sowohl im Mittelstand und später im internationalen Großkonzern gegangen.
Mit den Jahren wurde allerdings eine Stimme in mir lauter. Irgendetwas passte für mich nicht. Mir fehlte etwas und lange war mir nicht klar, was das konkret ist.
Ein 3-monatiges Sabbatical 2019 sollte mir mehr Klarheit bringen, mit diesem Ziel bin ich in meine freie Zeit gestartet. Offen für alles, was sich daraus entwickeln würde. Das Thema Selbständigkeit stand damals schon im Raum, aber noch sehr unkonkret. Was passierte im Sabbatical?
Ich sprach mit vielen unterschiedlichen Menschen, Freunde, Familie, Wegbegleiter, Mentoren, Lehrer … und nahm sehr viel mit.
Ich erkannte: Titel und Hierarchie haben für mich an Bedeutung verloren. Wichtiger wurden für mich Fragen wie:
Hat meine Arbeit Sinn?
Kann ich Entscheidungen frei und eigenverantwortlich treffen?
Arbeite ich mit Menschen und Themen, die mich wirklich bewegen?
Wie kann ich Beruf und Leben so verbinden, dass Lebensqualität entsteht?
Wie viel Flexibilität brauche ich, um meine Energie sinnvoll einzusetzen und nachhaltige Ergebnisse zu liefern?
Mit dem anschließenden Schritt in die Selbstständigkeit vor 6,5 Jahren hat sich mein Blick auf Erfolg verändert.
Heute bedeutet beruflicher Erfolg für mich nicht mehr automatisch Aufstieg. Es geht weniger darum, eine bestimmte Position zu erreichen, und mehr darum, Wirkung zu erzielen.
Ich möchte sinnstiftend arbeiten, unabhängig entscheiden können und meine Arbeitsweise so gestalten, dass sie zu den Bedürfnissen meiner Kund und zu meinem Leben passt. Flexibilität ist für mich dabei kein Komfortmerkmal, sondern eine wichtige Voraussetzung für gute Arbeit und persönliche Ausgeglichenheit.
Was geblieben ist?
Meine Neugier. Mein Anspruch, kontinuierlich zu lernen. Und der Wunsch, mich fachlich wie persönlich stetig weiterzuentwickeln. Ob angestellt oder selbstständig: Stillstand war für mich nie eine Option.
Verändert hat sich vor allem die Frage, woran ich meinen Weg messe.
Nicht mehr primär an Titel, Status oder Hierarchie.
Sondern an Sinn, Nachhaltigkeit, Entwicklung und Lebensqualität.
Karriere ist für mich heute nicht mehr nur der Weg nach oben.
Sondern der Weg, der wirklich zu mir passt.



