Exnovation – Was ist das und was bringt es meinem Unternehmen?

Ich liebe Innovation und arbeite sehr gerne mit Innovationsmethoden, begleite Unternehmen dabei, neue Ideen zu generieren und bis zur Marktreife zu bringen.
ABER: Innovation ist nicht der einzige Ansatz, der Unternehmen dabei hilft, „im Spiel“ zu bleiben.
Häufig sehe ich, dass man sich „verzettelt“ (man könnte sagen „verpost-it“). Ständig werden neuen Projekte oder Themen gestartet, kaum etwas wird nachhaltig verfolgt oder bewusst beendet. Fragt man nach einem Jahr, was war mit dem Projekt „XY“? „Ahhh, das ist so langsam im Sand verlaufen … jedoch nicht wirklich abgeschlossen worden“. Die Folge sind Systemüberlastung, Frustration in den Teams und Innovationsarbeit, die als „Zusatzschicht“ ohne echte Wirkung erlebt wird.
Der Schlüssel für solche Situationen? -> Konsequente Exnovation
Auch wenn es wehtut, Exnovation schafft den (Frei-)Raum, damit Innovation überhaupt greifen und im Markt sichtbar werden kann. Exnovation bedeutet konkret: Projekte, Produkte, Prozesse und Routinen bewusst beenden, die heute keine strategische Wirkung oder Relevanz mehr haben. Erst wenn wir mutig Dinge abschliessen, können Ressourcen, Fokus und Verantwortung wirklich neu ausgerichtet werden. Je geringer die Exnovationsfähigkeit, desto geringer ist nachweislich die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens.
Warum fällt uns Exnovation so schwer?
Mit Exnovation könnt Ihr keinen „Blumentopf“ gewinnen, denn Exnovation führt nicht sofort sichtbar zu einem Erfolg. Exnovation greift Identität, Machtstrukturen und vergangene Erfolge an – deshalb wird sie in vielen Organisationen systematisch vermieden. Beenden wird schnell als persönliches Scheitern interpretiert, statt als Ausdruck guter Führung. Ohne klare Regeln, Kriterien und Rituale bleibt Exnovation ein gut gemeinter Appell – und landet in der Schublade. Schade, wie ich persönlich finde, denn darin liegt eine große Chance.
Welchen Hebel bietet Exnovation der Führung?
Starke Führungsteams etablieren Exnovation als gleichwertige Disziplin neben Innovation. Sie verankern bewusste Beendigungsentscheidungen als festen Teil der Innovationsarbeit, machen sichtbar, welche Aktivitäten keine strategische Wirkung mehr erzeugen, und sorgen für Rückendeckung, damit „Stoppen“ erlaubt ist. So entsteht mittelfristig wieder Handlungsfreiheit für wirklich wirksame Innovation und Teams versinken nicht in der „Innovationsflut“.
Welche Optionen seht Ihr für Exnovation?
Wenn Ihr ehrlich seid: Welche Themen, Projekte oder Routinen würdet Ihr heute nicht mehr einführen – schleppt sie aber immer noch mit? Startet mit einer persönlichen „Stop-Doing-Liste“ für Euren Arbeitsalltag und nehmt Exnovation ganz bewusst in Eure Strategie- und Innovationsarbeit auf. Tauscht Euch mit Eurem Team dazu aus und entwickelt einen Rahmen für Exnovation. Es lohnt sich!
Als Innovations- & Transformationsgestalterin begleite ich Euch gern genau bei diesem Schritt – hin zu mehr Fokus, Wirksamkeit und echter Innovationskraft.



